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Freie evangelische Gemeinde Dautphe,  Schöne Aussicht 2, 35232 Dautphetal

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Pastor:

Michael Schröder

Jahnstraße 54

35716 Dietzhölztal

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Tel.: 02774 - 923701

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Christus ist unser Friede

 

Liebe Freunde, liebe Geschwister,

Sonntag für Sonntag sehen wir das Bibelwort vor uns: „Christus ist unser Friede!“

Das ist eine zentrale Aussage des Evangeliums. Dieser Satz aus dem Epheserbrief wurde offenbar als Leitwort für unsere Gemeinde gewählt. Dieses Bibelwort will unter uns gelebt werden. Das hat mich in der letzten Zeit besonders beschäftigt.

In diesem Gottesdienst soll uns der Zusammenhang helfen, dieses Wort zu verstehen.

Ich lese Epheser Kapitel 2  die Verse 11 bis 22

2:11  Vergesst nie, dass ihr  früher Heiden gewesen seid und man euch verächtlich die «Unbeschnittenen» nannte. Die Juden wollten sich als «Beschnittene» von euch unterscheiden, obwohl ihre Beschneidung nur von Menschen durchgeführt wird und nicht mehr als ein äußeres Zeichen ist.

2:12 Ihr habt damals ohne Christus gelebt und wart ausgeschlossen von Gottes Volk. Darum galten für euch die Verheißungen Gottes nicht, die er seinem Volk gegeben hat.

2:13  Aber weil Jesus am Kreuz sein Blut vergossen hat, gehört ihr jetzt zu ihm. Ihr seid ihm jetzt nahe, obwohl ihr vorher so weit von ihm entfernt lebtet.

2:14  Christus ist unser Friede. Er hat Juden und Heiden in seiner Gemeinde vereint und die Mauer niedergerissen, die trennend zwischen ihnen stand. Sie sind nun sein Volk. Als er sein Leben opferte, hat er ihre Feindschaft beendet.

2:15  Denn die Mauer war das jüdische Gesetz mit all seinen Geboten und Forderungen, und dieses Gesetz hat er endgültig außer Kraft gesetzt.

Durch Christus leben wir nicht länger voneinander getrennt, der eine als Jude, der andere als Heide. Als Christen sind wir eins. So hat er zwischen uns Frieden gestiftet.

 2:16 Christus ist für alle Menschen am Kreuz gestorben, damit wir alle Frieden mit Gott haben. In seinem neuen Leib, der Gemeinde Christi, können wir nun als Versöhnte miteinander leben.

2:17  Christus ist gekommen und hat seine Friedensbotschaft allen gebracht, die fern von Gott lebten, und allen, die nahe bei ihm waren.

2:18  Durch Christus dürfen jetzt alle, Juden wie Heiden, vereint in einem Geist, zu Gott, dem Vater, kommen.

2:19  So seid ihr nicht länger Fremde und Heimatlose; ihr gehört jetzt als Bürger zum Volk Gottes, ja sogar zu seiner Familie

2:20   Als Gemeinde Jesu Christi steht ihr auf dem Fundament der Apostel und Propheten. Doch der Stein, der dieses Gebäude trägt und zusammenhält, ist Jesus Christus selbst.

2:21   Auf ihm ruht der ganze Bau, dessen Teile, untereinander fest verbunden, zu einem Tempel Gottes heranwachsen.

2:22   Auch ihr seid ein Teil dieses Baus, in dem Gottes Geist wohnt.

Dieser Bibeltext will uns helfen:

 Als Versöhnte miteinander in Frieden zu leben (Vers 16)

Einleitung:

- Zunächst eine kleine Geschichte, die sich in einer Schulklasse zugetragen hat. Eine Schuleinheit zum Thema „Frieden“ sollte mit einem Fest abgeschlossen werden. Da ging es wie folgt zu:

In der Klasse 4a schweben wunderschöne Friedenstauben aus weißem Papier vor den Fenstern. Jedes Kind hat eine gebastelt. Die Klasse 4a plant ein Friedensfest.

Die Tür geht auf. Klaus kommt herein. Der Klaus aus der Klasse 4b. Mit ihm kommt ein Windstoß, weil ein Gangfenster offen ist. Die Friedenstauben beginnen zu schwanken. Die dünnen Fäden verheddern sich. „Tür zu!“ schreit einer. Klaus steht und schaut. „Tür zu!“ Klaus guckt noch verwirrter und tut nichts. Florian schiebt ihn zur Seite und knallt die Tür zu. Klaus stupst Florian. Florian stupst Klaus. Ein paar Kinder versuchen, die Tauben zu entwirren. Harry geht auf Klaus zu. Seine

Daumen stecken im Gürtel. Er ist ziemlich zornig. Klaus hebt die Ellbogen vors Gesicht. „Was habt ihr denn?“ fragt er. „Wir machen Frieden, du Trottel“, brüllt Harry.

- Ich finde, in dieser humorvollen Geschichte finden wir uns alle wieder. Frieden wollen wir, das ist unser aller Wunsch. Wenn es darum geht, den Frieden in aktuellen persönlichen Situationen umzusetzen, dann geht es uns wie dem Klaus, der unbeabsichtigt den Frieden stört, oder es geht uns wie dem  Harry, der dem Friedensstörer nicht gerade friedlich seine Meinung sagt.

- Versöhnung ist in unserer Gesellschaft wenig aktuell. Jeder versucht sich zu behaupten – nicht selten auf Kosten anderer.

- Diese Verhaltensweisen machen vor den Türen der Gemeinde Jesu nicht Halt. Damals nicht in den Gemeinden zur Zeit des Neuen Testamentes und heute auch nicht in unserer Zeit

- Verständigung untereinander tut not.

- Missverständnisse und Missverhältnisse gibt es genug. In dieser Welt ist das Gegeneinander in der Regel stärker als das Miteinander. Diese Gesetzmäßigkeiten finden sich leider auch in der Gemeinde Jesu.

- Gott hat dafür gesorgt, dass in seiner Gemeinde Verständigung und Frieden möglich sind. Wir fragen mit Recht: „welche Erfahrungen haben wir gemacht?“ Neben positiven Erfahrungen gibt es jedoch auch mehr negative Erfahrungen als uns lieb sind. Unsere Unzulänglichkeit ändert nichts an den Voraussetzungen, die Jesus zur Verständigung untereinander geschaffen hat. Die Weisungen Jesu bleiben damit eine ständige Herausforderung  und zugleich eine ständige Hilfe für uns.

- Paulus hilft uns mit seinem Wort an die Gemeinde in Ephesus als Versöhnte miteinander zu leben. Wörtlich sagt er in Vers 16: „In der Gemeinde Jesu können wir nun als Versöhnte miteinander leben!“

- Zur Gemeinde in Ephesus hatte Paulus eine besondere Beziehung. Das kommt in seinem Abschied von den Ältesten der Gemeinde in der Hafenstadt Milet - Apostelgeschichte 20 - zum Ausdruck:

  • à Sein bewegendes Abschiedswort an die Ältesten ist wegweisend für alle Generationen, die in der Gemeinde Jesu ihren Dienst tun: „Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde
  • à 3 Jahre arbeitete Paulus in der Gemeinde Ephesus. Tag und Nacht hat er sich um jeden Einzelnen in der Gemeinde bemüht. So sagt er es selbst in Apostelgeschichte 20, Vers 31. Er ist mit seiner Berufung ein eindrucksvolles Beispiel für den Dienst  in der Gemeinde Jesu. Er hatte die ganze Gemeinde im Blick. Mancher unter uns, der sich zum Dienst in der Gemeinde Jesu berufen weiß, muss sich daran messen lassen, ob er die ganze Gemeinde meint, ob er die ganze Gemeinde im Blick hat.
  • Nun zum Text:

1) Wir werden zunächst an unsere Vergangenheit erinnert

  • - Wir waren ohne Hoffnung.

- Es ist allein Gottes Gnade, die uns durch Jesus zu Kindern Gottes gemacht hat. Das ist nicht unser Verdienst.

- An unserer bewältigten Vergangenheit durch Christus wird die Größe der Gnade Gottes sichtbar.

- Niemand von uns ist besser oder schlechter. Jeder ist für Gott gleich wertvoll.

  • 2) Christus schafft eine neue Ebne der Verständigung und des Friedens
  • - Vers 14 in unserem Predigttext lautet:„Durch Christus haben wir Frieden. Er hat Juden und Heiden in seiner Gemeinde vereint und die Mauer niedergerissen, die trennend zwischen ihnen stand.“

- Jesus reißt die Mauer zwischen Juden und Heiden ein (das dürfte zu den größten Gegensätzen in der Vergangenheit und Gegenwart gehören)

- Das bedeutet für uns: trennende Gegensätze, Mauern und Zäune zu überwinden.

  • à Welche Mauern müssen bei uns verschwinden?
  • Wenn Erwartungen zu Forderungen werden, - ohne die Erwartungen anderer zu berücksichtigen - dann errichten wir Mauern.
  • Missverständnisse – wenn sie nicht ausgeräumt werden – werden zu Mauern.
  • Mit unseren Meinungen und Erkenntnissen, die wir zum Maßstab machen für das, was falsch oder richtig ist, errichten wir Mauern. Unser Glaube an Jesus wird nicht zunächst an theologischen Meinungen und Erkenntnissen gemessen, sondern an meinem persönlichen Verhalten, wie ich mit mir und meinen Mitmenschen nach den Weisungen Jesu umgehe.
  • Mauern werden errichtet zwischen Stark und Schwach, Reich und Arm, Intelligent und weniger Intelligent und anderes mehr..
  • Eine besondere Mauer errichten wir zwischen Alt und Jung. Das Generationen-Problem macht uns zu schaffen.
  • à In einem Artikel, der vor 3000 Jahren geschrieben wurde und aus Ägypten stammt, fand ich folgende Aussage: „Die Jugend achtet das Alter nicht mehr, sie zeigt bewusst ein ungepflegtes Aussehen, sie sinnt auf Umsturz, sie zeigt keine Lernbereitschaft, sie ist ablehnend gegen überkommene Werte usw.“ 
  • à Dieses Urteil, so pauschal ausgedrückt, finde ich übertrieben. Für eine gewisse Gruppe in unserer Gesellschaft trifft das zu.  Es zeigt jedoch:
  • à Spannungen zwischen den Generationen sind keine Erfindung unserer Zeit. Sie sind fester Bestandteil unseres gemeinsamen Lebens.
  • à Dass es diesen Konflikt gibt ist nicht das eigentliche Problem. Zum Problem wird unser Umgang mit diesem Konflikt.
  • Frieden und Verständigung zwischen Alt und Jung in der Gemeinde ist möglich und nötig. Es gelingt, wenn wir begreifen, dass wir uns einander zu ergänzen haben, statt, dass wir uns einander ausgrenzen und Mauern zwischen uns errichten. Wir brauchen einander.                                                      
  • à (Ein gutes Beispiel erlebten wir vor 8 Tagen. Unser Kids Club hat Waffeln für ältere Geschwister gebacken. Wir waren beeindruckt und erfreut, als Sebastian mit einigen Kindern vor unserer Türe stand und uns schmackhafte Waffeln brachte mit einem herzlichen Gruß vom Kids Club. Großartig! Unsere Kinder und jungen Leute haben es verdienst, dass wir ihnen unsere Zuwendung und Liebe schenken.)
  • - Auch bei allen anderen Konflikten in unserem Leben gilt: Konflikte sind nicht das eigentliche Problem. Ob wir es wollen oder nicht, sie gehören zu unserem Leben. Weil es in den Gemeinden zur Zeit des Neuen Testamentes Konflikte gab, die deutlich benannt werden, darum erfahren wir auch, wie das Neue Testament – das Wort Gottes – Hilfe gibt, diese Konflikte zu überwinden.

- Nun haben wir oft Schwierigkeiten, die Weisungen der Bibel und die Hilfen, die damit verbunden sind, in konfliktreichen Situationen umzusetzen.

- Unser Problem ist, das wir das alles wissen: das mit der Liebe, der Versöhnung und dem Frieden. In unsere Beziehungen zueinander setzen wir es nicht um, weil wir das versöhnte Verhalten zuerst einmal vom anderen erwarten. Danach dann auch – vielleicht – von uns selbst. Ich, ganz persönlich, ich bin gemeint, wenn es um meinen

  •     - Beitrag zur Versöhnung und zum Frieden geht. Jeder von uns ist ganz persönlich gemeint.

- Weil das oft nicht  gelingt , machen wir uns   aneinander schuldig.  Das ist kein Grund zur Resignation.

- Das Kreuz Jesu gewährt uns Vergebung und ist Beispiel der Vergebung, die wir einander gewähren. Das setzt Einsicht in persönliches Fehl-Verhalten voraus. Wir haben – zugegeben - sehr viel Mühe, zu solcher Einsicht zu kommen. Das bleibt jedoch ein entscheidender Schritt zur Versöhnung und zum Frieden.

Mit zwei Bildern schließt unser Predigttext.

3) Jesus macht uns zu Hausgenossen Gottes

- Jesus eröffnet einen Zugang zu Gott, dem Vater. Unser Vater im Himmel schenkt uns ein gutes und ein sicheres zu Hause.

4) Jesus baut mit Versöhnten seine Gemeinde

- Die Apostel und Propheten sind das Fundament. Die Zeichnungen  - die Baupläne – sind schon lange im Wort Gottes beschrieben.

- Wir sind als lebendige Bausteine darauf aufgebaut.

- Christus ist der entscheidende Halt als Eck- oder Schluss - Stein.

- Dieser Tempel wächst bis zu seiner Vollendung.

- Gott selber nimmt in diesem unvollendeten Tempel Wohnung. ( „wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind...“ oder „Gott ist gegenwärtig „...)

Schluss:

- Als Versöhnte miteinander leben: das fordert uns auf, die Mauern zu beseitigen, die da trennen.

- Als Versöhnte miteinander leben: das ist Zeugnis für Menschen in unserem Umfeld.

- Als Versöhnte miteinander leben: damit bringen wir Frieden in eine friedlose Welt.

Gott wird seine Gemeinde vollenden. Diese Verheißung macht Mut, fröhlich zum Bau seiner Gemeinde beizutragen.

 

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Epheser 2, 14l